Geschichte

Erste Klosterfrauen in Appenzell

Ein erstes Kloster für Frauen in Appenzell, die sogenannte ‚Klos‘, wird 1420/21 offiziell erwähnt.

1613 wurde dieses Haus, das auf dem heutigen Friedhof stand, abgebrochen.

Leben und Wirken der Kapuzinerinnen

Am 3. Dezember 1613 fanden sich vier Kapuzinerinnen aus Wonnenstein und fünf Kapuzinerinnen aus Grimmenstein mit den Schwestern der alten Klos zu einer neuen Gemeinschaft in Appenzell zusammen. Erst lebten und wirkten die Klosterfrauen im Schloss.

1619 – 1621 erfolgte der Bau der Klosterkirche.

Später zogen die Schwestern in die 1679 – 1682 errichteten Gebäude des heutigen Klosters ‚Maria der Engel‘ ein. Der Name verband die Gemeinschaft mit dem Ursprung ihrer Ordensfamilie, der Portiuncula-Kapelle bei Assisi, die den offiziellen Titel ‚Santa Maria degli Angeli’ trägt.

Von 1811 – 1973 betrieben die Klosterfrauen eine Mädchenprimar- und zeitweise auch ‑sekundarschule. Dieser Ort der Bildung, damals noch nicht selbstverständlich, war für Appenzell und seine Umgebung von grosser Bedeutung.

Der Öffentlichkeit stellten die Schwestern Bauland für Schulen und andere öffentliche Anlagen zur Verfügung.

Über alle Jahrhunderte bestand die erste Aufgabe der Kapuzinerinnen aber immer im Gebet. In bescheidener Stille pflegten sie neben dem kirchlichen Stundengebet besonders die ewige Anbetung. Das Frauenkloster wurde ein Ort der Zuflucht und des Glaubens. Viele Menschen fanden in ihren vielfältigen Nöten bei den Schwestern Gehör und Hilfe. Sie haben ihnen ihre verschiedensten Gebetsanliegen anvertraut oder waren froh um ein seelsorgerisches Gespräch mit ihnen.

Aufhebung der Kapuzinerinnengemeinschaft

Der anhaltende Nachwuchsmangel machte der Kapuzinerinnengemeinschaft in Appenzell zusehends zu schaffen. Auf Antrag der Schwestern leitete das Dekret der Römischen Kongregation für die ‚Institute des geweihten Lebens‘ vom 8. August 2007 schliesslich die Aufhebung des Klosters ‚Maria der Engel‘ Appenzell ein.

Die letzten fünf Schwestern des Konventes kehrten am 5. April 2008 in das Kapuzinerinnenkloster Grimmenstein zurück, aus dem fast 400 Jahre zuvor die ersten fünf Schwestern zusammen mit vier Kapuzinerinnen aus Wonnenstein nach Appenzell gekommen waren. Das Bedauern der Bevölkerung war gross. Nun fehlte ein wichtiger geistlicher Mittelpunkt.

Gründung der Stiftung und des Freundeskreises

Unter der Verantwortung von Bischof Markus Büchel gingen die Gebäude der ehemaligen Klosteranlage an die am 18. März 2008 gegründete kirchliche ‚Stiftung Kloster Maria der Engel, Appenzell‘ über. Ein siebenköpfiger Stiftungsrat wurde für die Erhaltung und Nutzung des Klosters gemäss Stiftungsurkunde verpflichtet.

Der Bischof ernannte einen Kirchenrektor und damit einen Zuständigen für die pastorale Nutzung der Klosterkirche.

Der Stiftungsrat beauftragte eine Verwaltung, die Räumlichkeiten von Kloster und Kirche in ihrem heutigen Zustand zu pflegen und das wertvolle Erbe der nahezu 400-jährigen Tradition geistlichen Lebens am Ort Appenzell gemäss den Intentionen der Stifterin zu erhalten.

Für die ideelle und materielle Unterstützung der Stiftung wurde am 8. November 2008 der Verein ‚Freundeskreis Kloster Maria der Engel, Appenzell‘ gegründet.