Selbstverständnis

Wir, Stiftungsrat, Verwaltung und Kirchenrektor, sind dem Stiftungszweck verpflichtet und setzen uns für die Erfüllung der Zweckbestimmung ein.

Wir sind uns der Herausforderung bewusst, die Umsetzung des sich daraus abgeleiteten Auftrags in einer Zeit zu verfolgen, in der die Zahl der Ordensleute in unseren Breitengraden abnimmt, die Zahl der Seelsorgenden schwindet und das Interesse am Kirche-Sein geringer wird. Der Blick in die Kirchengeschichte zeigt aber auch, dass Neuaufbrüche möglich sind und aufgegebene Klöster neu besiedelt werden können. Solche Neuaufbrüche können nicht einfach erzwungen oder gemacht werden. Weil sie ein Geschenk sind, wollen sie auch erbetet sein.

Wir nehmen die Herausforderung an, für die historischen und altehrwürdigen Räume als Verwalter von Gut und Geist tätig zu sein. Wir führen das ehemalige Kloster als Ort der christlichen Spiritualität und der besinnlichen Ruhe weiter und wissen um die spartanische Einrichtung der Zimmer und die bescheidene Infrastruktur. Gerade darin sehen wir eine gute Möglichkeit, dem Geist Gottes nachzuspüren.

Hinter den Klostermauern gibt es kein Geheimnis. Sie schützen aber vor der Hektik und dem Betrieb des Alltags. Wir pflegen deshalb innerhalb der Mauern des Klosters bewusst Ruhe, verzichten auf laute Events oder ‚gewöhnliche Anlässe‘ und bieten eine Atmosphäre klösterlicher Stille, die zum Innehalten und Nachdenken einlädt.

Gastfreundschaft im Kloster ist uns wichtig. Die Klosterpforte öffnen wir für Personen oder Personengruppen, welche den Geist des Klosters schätzen und achten. Wir laden Menschen ein, welche Stille suchen und denen ‚unser Kloster‘ ein Ort ist, sich zu finden oder Haltungen und Gedanken zu ordnen. Wir sehen gern auch Gruppen, die im Geist des Klosters ihre christliche Spiritualität leben möchten. Die Klosterkirche nutzen wir weiter für Eucharistiefeiern und öffentliche Gottesdienste und halten sie im Sinne der Tradition des Ortes offen für die Verehrung der Eucharistie wie auch für die private Einkehr.

Wir sind uns der ortsbildprägenden Funktion des Klosters für das Dorf Appenzell bewusst. Unterhalts- und Sanierungsarbeiten planen wir deshalb langfristig. Betrieb und Unterhalt von Kloster und Kirche sind sehr aufwändig. Dafür generieren wir wo möglich eigene Einnahmen und sind dankbar für notwendige externe finanzielle Beiträge und Zuwendungen. Mit den Geldern gehen wir haushälterisch um. Wir begrüssen und fördern Freiwilligen- und Fronarbeit. Als Stiftungsrat arbeiten wir ehrenamtlich.